22.04.2017

{Gehört}: Die Schwester | Joy Fielding

170421 Schwester

Autorin: Joy Fielding
Titel: Die Schwester
Übersetzer: Kristian Lutze
Genre: Psychothriller
Verlag: Der Hörverlag, [08.07.2016]
Spieldauer: [679 Minuten], ungekürzt
Sprecherin: Petra Schmidt-Schaller
auch als eBook, TB und HC erhältlich
Whispersync for Voice verfügbar

klick zu Amazon.de
klick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Das Böse in deiner Nähe
Caroline Shippley ist voller Vorfreude, denn ihr Mann Hunter hat sie zur Feier ihres zehnjährigen Hochzeitstages in ein Luxushotel in Mexiko eingeladen. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Töchtern beziehen sie ihre komfortable Suite. Doch was als paradiesischer Aufenthalt geplant war, wandelt sich zum tiefen Trauma in Carolines Leben: Eines Abends wird die zweijährige Samantha entführt. Caroline zerbricht beinahe an dem Verlust und muss sich den Verdächtigungen der Presse stellen, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Jahre vergehen, bis sie eines Tages den Anruf einer mysteriösen jungen Frau erhält, die behauptet, ihre verlorene Tochter zu sein. Und bald wird Caroline die schockierende Wahrheit darüber offenbart, was wirklich in jener Nacht in Mexiko geschah...

©2016 Goldmann (P)2016 der Hörverlag

Meine Meinung:

In drei Worten:

Nervig, unrealistisch, vorhersehbar

Joy Fielding war für mich bisher immer ein Garant für Spannung und Nervenkitzel, aber bei diesem Hörbuch war ich mehrmals versucht, es einfach abzuwürgen. Allein die feste Überzeugung, dass da einfach noch mehr kommen muss, dass da noch eine Wendung, ein Überraschungsmoment, ein Aha-Erlebnis käme, ließ mich weiterhören. Leider war dem aber nicht so.

Sämtliche Charaktere sind überspitzt dargestellt. Während einer Feier zum 10. Hochzeitstag wird ein zweijähriges Mädchen entführt. Die Umstände sind mysteriös, denn der Babysitterin ist offenbar abgesagt worden, so dass das Ehepaar beschließt, dennoch ins Restaurant zu gehen und alle halbe Stunde nach den beiden Mädchen zu sehen.

Nicht nur die Polizei, sondern rundweg das gesamte Umfeld mit Ausnahme einer einzigen Freundin scheint davon auszugehen, dass die Mutter ihr Kind ermordet hat. Es ist unfassbar, was hier abgeht. Das gesamte Leben der Mutter wird zerstört. Immer wieder wird sie mit den Begebenheiten konfrontiert, die Presse weicht alle 5 Jahre alles wieder auf, und um an neue Informationen zu kommen, lässt sich vor allem ein Journalist wirklich Haarsträubendes einfallen. Es dauert lange, bis Caroline wieder eine Anstellung findet, und leider verliert sie diese regelmäßig wieder, wenn alles wieder hochgekocht wird.

Dazu dann Michelle, die Schwester der verschwundenen Samantha. Schwierig ist gar kein Ausdruck für dieses verkorkste Mädchen. Und Nervig hoch 10! Positiv und negativ zugleich ist, dass die Sprecherin gerade sie so gekonnt gut imitieren kann. Dieses nervige Getue ging mir dermaßen auf den Geist, dass ich gern mal dazwischen gegangen wäre. Die Selbstbeherrschung, die Caroline aufbringt, hätte ich nicht gehabt…

Spannung kam eigentlich erst im letzten Viertel auf, wobei Spannung hier relativ zu sehen ist, denn ich hatte von Anfang an so meine Vermutungen und wurde dann auch nicht enttäuscht.

Schade, kann ich nur sagen. Mir hat das Hörbuch gar nicht gefallen. Ich bin von Joy Fielding Besseres gewohnt. Was die Sprecherin angeht, so werde ich mir nun immer eine Hörprobe zu Gemüte führen, bevor ich mir das Hörbuch kaufe, denn noch einmal ein solches Gequengel und Generve tue ich mir bestimmt nicht an.

Ich gebe nach reiflicher Überlegung 03/10 Punkte und hoffe, das Hörbuch bei Audible gegen ein anderes, besseres eintauschen zu können.

03-10

Weitere Bücher der Autorin:

- Lauf, Jane, lauf – vor vielen Jahren gelesen, keine Aufzeichnungen
- Schau dich nicht um – vor vielen Jahren gelesen, keine Aufzeichnungen
- Flieh, wenn du kannst – vor vielen Jahren gelesen, keine Aufzeichnungen
- Nur der Tod kann dich retten – rezensiert 05.05.2010 – 08/10 Punkte
- Die Katze – rezensiert 21.01.2012 – 09/10 Punkte
- Im Koma – rezensiert 12.02.2012 – 10/10 Punkte
- Die Schwester – beendet 21.04.2017 – 03/10 Punkte

19.04.2017

{Gelesen}: Die Legende von Enyador | Mira Valentin

Bildquelle: Amazon.de
Autorin: Mira Valentin
Titel: Die Legende von Enyador
Reihe: Enyador-Saga (1)
Genre: High Fantasy
Verlag: Amazon Media EU, Kindle-Edition, 384 Seiten
geliehen über die Kindle-Leihbücherei
gelesen auf dem Kindle Paperwhite

klick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Vier Königssöhne.
Vier Wünsche.
Ein Schicksal.
***
Seit Jahrhunderten kämpfen in Enyador Elben, Drachen und Dämonen um die Macht. Die Menschen wurden von den Elben unterworfen, ihre Erstgeborenen als Sklaven in den Krieg gegen die Drachen geschickt. Doch Tristan, ein Waisenjunge, widersetzt sich seinen Unterdrückern, anstatt an deren Grausamkeit zu verzweifeln. Dadurch löst er eine Reihe von Ereignissen aus – und eine uralte Prophezeiung erwacht zu neuem Leben.

Meine Meinung:

Ich bin tief beeindruckt. Das ist High Fantasy vom Feinsten, wie ich sie liebe. Die Welt, die Mira Valentin vor unserem inneren Auge entstehen lässt, ist so bildgewaltig, so genau durchdacht, die Charaktere bewundernswert detailliert dargestellt mit kleinen Makeln und Schwächen, so dass die Autorin sich durchaus mit den Meistern der High Fantasy messen kann. Für mich gehört sie mit diesem Werk dazu, und ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung lesen zu können.

An diesem Buch gefällt mir einfach alles, angefangen mit dem Cover, das schon so schön fantastisch und magisch aussieht. Erinnert ein wenig an den “Herrn der Ringe”, aber nur vom Cover her, ansonsten ist die Idee eine komplett andere, allerdings genauso spannend und mitreißend. Geschrieben in einem sehr guten gehobenem Deutsch, der Zeit dieser Welt angepasst und so bewundernswert flüssig geschrieben, dass ich nicht mehr in meinem Lesesessel saß, sondern unter der Sonne Enyadors dem Geschehen zusah.

Besonders fasziniert haben mich die beschwörenden Gedanken Kays, wenn er einen Zauber tut, kein Abra-Kadabra, Simsalabim oder ein Text in einer fremden, unverständlichen Sprache, sondern einfache Worte der Macht, bei denen man direkt fühlen konnte, wie sie wirken. Fantastisch!

Die Story besteht aus mehreren Handlungssträngen, die sich abwechseln und uns Lesern tieferen Einblick in die Legende von Enyador und die Vergangenheit der facettenreich dargestellten Charaktere bieten. Und obwohl die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist und eine Fortsetzung folgen muss, hat Mira Valentin bei diesem Buch keinen wirklichen Cliffhanger gelassen, sondern die Begegnung am Teufelssee abgeschlossen, was ich ihr persönlich hoch anrechne.

Für diesen wunderbaren Auftakt gebe ich die volle Punktzahl: 10/10 Punkte.

Zitat (Prolog):

In den alten Zeiten herrschten die Menschen über Enyador. Vier Könige regierten im eisigen Norden, im fruchtbaren Süden, im kargen Osten und an den fischreichen Küsten des Westens. Doch jeder wollte die Herrschaft über das gesamte Land für sich und seine Nachkommen beanspruchen. Immerzu dürstete es die Menschen nach noch mehr Macht und Reichtum.

buch_u_027

Bücher der Autorin:

1. Das Geheimnis der Talente (1)
2. Das Bündnis der Talente (2)
3. Der Krieg der Talente (3)

1. Die Legende von Enyador (1) – beendet 18.04.2017 – 10/10 Punkte

17.04.2017

{Gelesen}: Der Ozean am Ende der Straße | Neil Gaiman

170417 Ozean2

Autor: Neil Gaiman
Titel: Der Ozean am Ende der Straße
Übersetzer: Hannes Riffel
Genre: Fantasy, zeitgen. Literatur
Verlag: Bastei Entertainment, [08.10.2014]
Kindle-Edition: 241 Seiten, ASIN: B00K685YZ2
auch als HC, TB und HB erschienen
hier: geliehen via Skoobe 
gelesen auf dem iPad mini
Whispersync for Voice verfügbar

klick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ...
Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman

Meine Meinung:

Von Neil Gaiman kenne ich nun inzwischen schon mehr als 3 Bücher. In eine Schublade lässt sich dieser Schriftsteller nun beileibe nicht stecken. Genauso wenig lassen sich die Bücher in einzelne Genre klassifizieren, sie brechen vielmehr alle Grenzen und schimmern durch viele hindurch.

“Der Ozean am Ende der Straße” ist eigentlich nur ein kleiner Ententeich, und doch so viel mehr. Wenn man ein fantasiebegabtes, belesenes Kind von 7 Jahren ist, dann kann so ein Ententeich schon fast die halbe Welt darstellen.

Neil Gaiman entführt uns in diese Welt eines 7jährigen. Durch dessen Augen erleben wir einige in dieser Zeit und an diesem Ort geschehene Dinge, begreifen, dass es das Böse tatsächlich gibt, dass es in unsere Welt gelangen kann und selbst die Erwachsenen dem hilflos ausgeliefert sind, weil sie es gar nicht als das erkennen, was es ist, und uns folglich auch nicht davor beschützen können. Wir erleben eine Freundschaft, wie wir sie nur in unserer Kindheit kennenlernen können, flüchten uns in die beruhigende Welt der Bücher und versuchen, tapfer zu sein.

Mich hat das Buch tief berührt. Und wenn auch der Erzähler bis zum Ende namenlos bleibt und das mit der Erinnerung so eine Sache ist – an einigen Stellen erkannte ich mich selbst wieder und erhaschte ein Stück meiner eigenen Kindheit, die voll von Wesen jeglicher Herkunft war, und durch die ich durch Schwimmbewegungen meiner Arme fliegen konnte.

Eine großartige Geschichte voller Grauen, Übernatürlichem, Gutem wie Bösem und einem 7jährigem Jungen mittendrin, der sich an die Hand seiner 11jährigen Freundin klammert, glaubhaft erzählt.  Ich gebe 09/10 Punkte.

170417 Ozean1

Zitate:

Dieses Buch ist das Buch, das Sie gerade gelesen haben. Es ist zu Ende. Jetzt sind wir bei den Danksagungen angelangt. Eigentlich gehören diese nicht mehr richtig zum Buch. Sie müssen sie nicht lesen. Größtenteils bestehen sie sowieso nur aus Namen.
Danksagungen, Seite 350/356

Wörter retten uns das Leben, manchmal jedenfalls.
Danksagungen, Seite 352/356

buch_u_027

Weitere Bücher des Autors:

  • Ein gutes Omen (mit Terry Pratchett)
  • Niemalsland – rezensiert 13.11.2016 – 11/10 Punkte
  • Sternwanderer
  • American Gods – rezensiert 24.03.2009 – 08/10 Punkte
  • Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel
  • Anansi Boys – gehört 12.11.2008 – 09/10 Punkte
  • Das Graveyard-Buch
  • Der Ozean am Ende der Straße – beendet 17.04.2017 – 09/10 Punkte

16.04.2017

{Gelesen}: Die Ahnen von Avalon | MZB / Diana L. Paxson

170416 Avalon2

Autorinnen: Marion Zimmer Bradley, Diana L. Paxson
Titel: Die Ahnen von Avalon
Reihe: Avalon (2)
Übersetzerinnen: Irene Gärtner, Irene Holicki
Genre: Mystery
Verlag: Diana, [Feb. 2006]
TB: 608 Seiten, ISBN: 3453350022
zur Zeit nur gebraucht erhältlich, keine eBook-Version
gelesen im Lesesessel, vom SuB 

klick zu Amazon.de

Klappentext:

Die Geschichte der ersten Tage von Avalon beginnt mit Tiriki, Priesterin und Prinzessin von Atlantis. Sie und die letzten Überlebenden ihres Volkes sind an der Küste Britanniens gestrandet. Tiriki weiß um ihre Aufgabe, ein Heiligtum für den alten Glauben an die Große Mutter zu errichten. Während dieser magische Ort unter großen Gefahren entsteht, erfüllen sich die Schicksale der Vorfahren von König Artus und dessen Schwester Morgaine.

Meine Meinung:

Erst viel später als der in der richtigen chronologischen Abfolge erschienene Erfolgsband “Die Nebel von Avalon” erschienen ist dieser zweite Band, als die Insel Avalon von den Ahnen König Artus’ entdeckt und besiedelt wurde. Lt. der Vorstellung von MZB waren dies Überlebende des Inselreiches Atlantis. In diesem Band haben sie und ihre Nachfolgerin Diana L. Paxson eine Welt geschaffen, die von Magie, Liebe, Gier und Schicksal zeugt.

Die Idee, den Steinkreisen, die noch immer Fragen über ihre Funktionalität offen lassen, eine machtvolle Bedeutung durch akustische Schwingungen zu geben, hat mich beeindruckt. Die beiden Protagonisten Tiriki, Priesterin des Lichts, und Micail, Hüter des Lichts, einst ein Herrscherpaar auf einer der Inseln Atlantis’, überleben den Untergang der Insel, werden jedoch getrennt und beginnen in Britannien an verschiedenen Orten mit weiteren Überlebenden ein neues Leben, immer die Prophezeiung im Hinterkopf, sie beide würden gemeinsam an einem neuen Ort für den Fortbestand der alten Magie sorgen.

Die Autorinnen schildern mit einfachen Worten anschaulich den Werdegang der Überlebenden und Ureinwohner Britanniens. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne besondere Höhen und Tiefen, Spannung ist kaum vorhanden und nicht immer konnte ich tatsächlich die Handlungen der einzelnen Personen nachvollziehen. Dennoch ist dieser Band für mich eine interessante Idee zu der Vorgeschichte der Artus-Sage.

Ich gebe 06/10 Punkte.

Zitat:

Er wollte die Augen öffnen, aber auf seinem Gesicht lag ein kühles, graues Tuch.
Bin ich etwa krank? Er spürte einen dumpfen Druck in der Brust und hinter den Augen, seine Arme waren kraftlos und heiß, er konnte nicht einmal die Hand heben, um sich das feuchte Tuch abzunehmen.
Seite 145, Kapitel 6

buch_u_027

Bücher der Reihe:

1. Das Licht von Atlantis – beendet 06.03.2006 – 10/10 Punkte
2. Die Ahnen von Avalon – beendet 16.04.2017 – 06/10 Punkte
3. Das Schwert von Avalon
4. Die Hüterin von Avalon
5. Die Wälder von Albion
6. Die Herrin von Avalon
7. Die Priesterin von Avalon
8. Die Nebel von Avalon

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...