17.07.2017

{Gehört}: Kalter Grund | Eva Almstädt

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Autorin: Eva Almstädt
Titel: Kalter Grund
Reihe: Pia Korittki (1)
Genre: Kriminalroman
Verlag: Audible GmbH, [12.06.2014]
Sprecherin: Anne Moll
Hörminuten: [440 Minuten], ungekürzt
auch als eBook und TB erhältlich
Whispersync for Voice verfügbar

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Inhaltsangabe (Audible):

Ein mysteriöser Dreifachmord auf einem Bauernhof versetzt die Bewohner eines holsteinischen Dorfes in Angst. Für Pia Korittki, neue Kommissarin bei der Lübecker Mordkommission, soll dieser Fall zur Bewährungsprobe werden. Als während der Ermittlungen ein sechzehnjähriges Mädchen spurlos verschwindet, wird die Zeit knapp. Und Pia erkennt, dass sich hinter der Fassade ländlicher Wohlanständigkeit abgrundtiefer Hass und verbotene Leidenschaften verbergen...

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

©2004 Bastei Lübbe GmbH & Co. KG (P)2014 Audible GmbH

Meine Meinung:

Nachdem mich der dritte Band der Metro-Reihe so dermaßen gelangweilt hat, dass ich ihn bei Audible umgetauscht habe, kann ich zu diesem Auftakt einer deutschen für mich neuen Krimi-Reihe einen geradezu “mordsmäßigen” Unterschied verzeichnen. Und schwups, gibt es wieder eine neue Reihe, die ich sammeln werde Winking smile

spannend, fesselnd, unterhaltsam

Das Cover erinnert mich an die Reihe um Kate Burkholder von Linda Castillo – ob dies der gleiche Gestalter ist? Man sieht ein einsames Gehöft, darüber fliegende Vögel und durch die dunklen Wolken am Himmel verdichtet sich eine düstere Stimmung. Mich hat der Einband auf jeden Fall angesprochen.

Im Auftakt der Reihe führt Eva Almstädt ihre Kriminalkommissarin Pia Korittki in ihre neue Aufgabe ein: sie bekommt zusammen mit Marten Unruh ihren ersten Fall in der Mordkommission und muss ihre Ellenbogen einsetzen, um sich gegen ihre durchweg männlichen Kollegen behaupten zu können. Und gleich hat sie es mit einer kompletten ermordeten Familie zu tun. Die Dorfgemeinschaft scheint entweder nichts zu wissen oder nichts verraten zu wollen, und so zieht sich die Ermittlung leider so lang hin, bis ein weiterer Mord verübt wird und ein junges Mädchen verschwindet. Pia kommt kaum zum Schlafen und Essen und begibt sich selbst in tödliche Gefahr.

Die Autorin lässt uns in der Rolle des Erzählers bei den Mordermittlungen, aber auch dem Alltäglichen ihrer Ermittler zuschauen, gestaltet die Dialoge nachvollziehbar und die Szenenwechsel so gekonnt, dass ich lange Zeit keine Ahnung hatte, wer für die Morde in Frage kommt. Ein gelungener Einstieg, der Lust auf weitere Fälle mit Pia Korittki macht.

Der Freund der Ermittlerin taucht erst gegen Ende kurzzeitig auf, und es ist davon auszugehen, dass er auch nur diese kurze Gastrolle gegeben hat. Pia ist viel zu emanzipiert, als dass sie sich Dinge gefallen lassen würde, die sie nicht toleriert. War sie am Anfang noch unsicher, wie es mit ihnen weitergehen würde, trifft sie gegen Ende eine Entscheidung.

Anne Moll hat dieses Buch wirklich sehr gut eingelesen. Ich konnte mich gut in die Personen einfühlen und diese von einander unterscheiden. Anne Moll gab ihnen teilweise sogar Dialekte mit auf den Weg, die ich nicht zu übertrieben fand.

Für mich ist dieses Hörbuch ein gelungener Auftakt dieser Serie und 09/10 Punkte wert.

09-10

Bücher der Reihe:

1. Kalter Grund – beendet 16.07.2017 – 09/10 Punkte
2. Engelsgrube
3. Blaues Gift
4. Grablichter
5. Tödliche Mitgift
6. Ostseeblut
7. Düsterbruch
8. Ostseefluch
9. Ostseesühne
10. Ostseefeuer
11. Ostseetod
12. Ostseejagd

13.07.2017

{Gehört}: Metro 2035 | Dmitry Glukhovsky

170713 Metro2035
Autor: Dmitry Glukhovsky
Titel: Metro 2035
Reihe: Metro (3)
Übersetzer: M. David Drevs
Genre: Science Fiction, Dystopie
Verlag: Random House Audio (Audible), [18.04.2016]
Sprecher: Oliver Brod
Spieldauer: 1.320 Minuten (ungekürzt)
auch als TB und eBook erhältlich
Whispersync for Voice verfügbar

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Inhaltsangabe (Audible):

Seit ein verheerender Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat, haben die Menschen in den Tiefen der Metro-Netze eine neue Zivilisation errichtet. Doch die vermeintliche Sicherheit der U-Bahn-Schächte trügt: Zwei Jahre nachdem Artjom die Bewohner der Moskauer Metro gerettet hat, gefährden Seuchen die Nahrungsmittelversorgung und ideologische Konflikte drohen zu eskalieren. Die einzige Rettung scheint in einer Rückkehr an die Oberfläche zu liegen. Aber ist das überhaupt noch möglich? Wider alle Vernunft begibt sich Artjom auf eine lebensbedrohliche Reise durch eine Welt, deren mysteriöses Schweigen ein furchtbares Geheimnis birgt...

©2015 / 2016 Dimitry Glukhovsky / Heyne. Übersetzung von M. David Drevs (P)2016 Random House Audio

Meine Meinung:

verwirrend, langweilig, ohne erkennbaren Sinn

Die Covergestaltung der Reihe – zumindest bei den Hörbüchern – ist einheitlich eintönig: Man erhält im Dunklen offenbar einen Einblick in denselben Tunnel, es könnte aber auch ein Blick auf eine verschlossene Luke sein. Die unterschiedlichen Farbstrahlen darum deuten für mich eine Verstrahlung an. Das fällt sofort ins Auge, ist einprägsam und düster.

Als ich Band 1 der Reihe hörte, war ich noch richtig begeistert und stellte mir ein interessantes Ende vor, eines, das diese vielen Hörstunden in den Schatten stellt.

Es geht in dieser Reihe um so vieles. Nicht nur die russische Mentalität wird sehr gut wiedergegeben, es wird auch eine Art des Überlebens nach einem Atomkrieg aufgezeigt, wie Menschen verschiedenster Couleur miteinander leben und sich verwirklichen können, trotz all der Einbußen, und am Beispiel von Artjom auf der Suche nach anderen Überlebenden sein können, nach der Wahrheit, nach der Freiheit und einem Weg, der einem nicht vorgeschrieben wird.

Der Sprecher Oliver Brod ist überhaupt das Beste an dem Ganzen, denn er spricht nicht nur die vielen russischen Namen ohne zu holpern, er gibt auch jedem Charakter eine eigene Stimme und bringt so Leben in diese Dunkelheit.

Während ich also den ersten Band richtig gut fand, hatte ich beim zweiten schon meine Schwierigkeiten, mich der ständigen Szenenwechsel wegen überhaupt zurecht zu finden und finde mich im dritten so vielen Löchern im Plot gegenüber, dass ich nicht nur stark gelangweilt und überaus verwirrt bin, sondern auch den Sinn in dieser Fortführung suche. Es macht fast den Anschein, als habe der Schriftsteller selbst seinen roten Faden verloren und wisse nicht mehr so recht, wo er eigentlich hin wollte. Da gibt es ellenlange Dialoge, die aus fast nur angefangenen Sätzen bestehen! Und auch das Ende hat mich überhaupt nicht befriedigt, vielmehr war ich froh, endlich durch zu sein. Und leider hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt. Ich sehe immer noch keinen Sinn in diesem dritten Teil und empfinde die Hörstunden als Zeitverschwendung. Zum Glück konnte ich bei Audible dieses mir nicht gefallene Hörbuch gegen ein neues eintauschen. Dafür danke ich herzlich!

Ich gebe nach reiflicher Überlegung des hervorragenden Einlesens des großartigen Sprechers wegen 04/10 Punkte.

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Bücher der Reihe:

1. Metro 2033 – rezensiert 03.09.2014 – 09/10 Punkte
2. Metro 2034 – beendet 18.12.2016 – 07/10 Punkte
3. Metro 2035 – beendet 13.07.2017 – 04/10 Punkte

09.07.2017

{Gelesen}: Guides | Robison Wells

170709 Guides
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Inhaltsangabe (Amazon):

Niemand weiß, was sich in dem gigantischen UFO befindet, das die Welt nach seinem Absturz in Atem hält. Und Alice ist sicher: Niemand außer ihr Vater, der für die NASA arbeitet, hätte seine siebzehnjährige Tochter jetzt auf ein Internat nach Minnesota gebracht - ausgerechnet mitten ins Zentrum der Katastrophe. Hier kommt Alice der Wahrheit hinter den Nachrichten gefährlich nahe. Doch mit der Wahrheit kommt auch die Angst vor den unbekannten Geschöpfen, die das Raumschiff verlassen …

Meine Meinung:

Zuallererst möchte ich dem Verlag und NetGalley.de für das Bereitstellen des Leseexemplars danken – dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung.

unterhaltsam, interessant, verwirrend

Das Cover zeigt düster das Leuchten eines Raumschiffs und im Vordergrund einen beobachtenden Menschen und hat mich daher angesprochen. Leider hat es nicht gehalten, was es mir persönlich versprochen hat.

Es ist ein amerikanisches Jugendbuch, und die Jugendlichen sind natürlich nicht fehlerfrei, treffen Entscheidungen und verhalten sich eben wie Jugendliche, werden mit dem Landen eines Raumschiffs konfrontiert, und ab diesem Zeitpunkt dreht sich eben das Meiste um die “Aliens”, wobei gerade die Mädchen natürlich weiterhin Modetrends im Auge haben. Das Internat selbst mit der Kantine und dem Lehrkörper ist mir ein Rätsel, allerdings kenne ich kein Internat von innen und wüsste nicht zu sagen, ob dies für reiche, privilegierte Menschen normal ist. Da Alice’ Vater bei der NASA arbeitet, bekommt sie viele Infos aus erster Hand und später sogar den Auftrag, das Raumschiff mit auszukundschaften. Während sie zuvor noch für das simple Verlassen des Gebäudes hinaus in den Schnee gemaßregelt wurde, erlaubt man ihr und ihren Freundinnen aber den Zutritt zu dem Raumschiff. – So wie dies empfand ich einiges als nicht wirklich nachvollziehbar und den Schluss zu kurz, zu abrupt, zu konstruiert.

In der ersten Person als Alice geschrieben, taucht der Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptperson ein, auch wenn dies nicht immer nachzuempfinden ist.  Der Schreibstil ist aber leicht und gut zu lesen und für Jugendliche geeignet.

Alice selbst scheint bis auf ihre Großmutter und ihren Vater keinen Bezug zu ihrer Vergangenheit zu haben. Es ist, als sei sie gerade erst geboren worden. Zusammen mit ihren im Internat gefundenen Freundinnen, Kurt, einem jungen Mann, der ihr gleich am ersten Tag begegnet und sie im Internat herumführt und zwei jungen ins Internat eingeladenen “Aliens” sind dies die Figuren, um die sich die Story dreht.

Das Zwischenmenschliche und der Humor hat mir gut gefallen. Eine Wendung gab es dann auch, die mich überraschen konnte, allerdings hätte man aus dem Potential mehr machen können.

Ich bin ein bisschen enttäuscht, habe mir mehr erwartet und gebe 06/10 Punkte.

Erster Satz (Zitat):

Die Aliens waren möglicherweise genauso angepisst, im Mittleren Westen zu landen, wie ich es war.
Eins


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weitere Bücher des Autors

03.07.2017

{Gelesen}: Trophäe | Steffen Jacobsen

170702 Trophäe
Autor: Steffen Jacobsen
Titel: Trophäe
Reihe: Lene Jensen & Michael Sander (1)
Übersetzerin: Maike Dörries
Genre: Skandinavischer Thriller
Verlag: Heyne, TB, 544 Seiten, [10.11.2014]
ISBN: 3453437624
auch als Kindle-Edition verfügbar
im Skoobe-Katalog enthalten

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Klappentext:

Mordlust
Als Elisabeth Caspersen im Nachlass ihres Vaters einen Amateurfilm findet, der eine perfide Menschenjagd zeigt, ist sie zutiefst bestürzt. Sie heuert den Privatdetektiv Michael Sander an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was Sander zutage fördert, ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Wenig später wird er selbst zum Gejagten.

Meine Meinung:

erschreckend, spannend, brutal

Eine einsame skandinavische Landschaft mit einem kleinen leeren Boot zeigend, passt das Cover absolut zu anderen skandinavischen Krimis und Thrillern anderer Autoren und schafft gleich die richtige Atmosphäre zum Lesen, noch bevor man damit anfängt. Es ist kalt dort und bringt bei den sommerlichen Temperaturen eine andere Art von Abkühlung.

Das Thema ist allerdings eines, das nicht für sanfte Gemüter geeignet ist, denn es geht um Menschenjagd. Da werden willkürlich Menschen ausgesucht, die damit nichts zu tun, sogar Familie haben und nur Urlaub machen wollen, werden gekidnappt, sogar gut ausgerüstet und dann nach einem Vorsprung gesucht, gejagt und zur Strecke gebracht. Durch Zufall kommt Elisabeth Caspersen an eine DVD mit einem kurzen Film, wie jemand ermordet wird und engagiert kurzerhand den ihr empfohlenen Privatdetektiv Michael Sander, der mit seiner Familie in England lebt und eigenständig brisante Aufträge übernimmt, um sie unter Lebensgefahr und bei hohem Honorar zu erledigen.

Steffen Jacobsens Schreibstil ist leicht, in der dritten Person gehalten und zeigt die Unterschiede der einzelnen Charaktere sehr gut auf. Da ich eine deutsche Übersetzung gelesen habe, kann es an der Übersetzerin liegen, dass mindestens 3 Ausdrücke nicht ganz richtig in den deutschen Sprachgebrauch bzw. Grammatik übersetzt wurden, aber da ich dies für mich nachfühlen konnte, ist dies kein wesentlicher Kritikpunkt. Der Plotaufbau ist sehr gut gelungen, der Spannungsbogen sinkt nie unter ein bestimmtes Level und steigt manchmal durch drastische Wendungen noch an. Manches ist dennoch vorhersehbar.

In diesem ersten Band der Reihe treffen der Privatdetektiv Michael Sander und die Kriminalkommissarin Lene Jensen aufeinander und ermitteln schließlich gemeinsam. Wenn ich mir auch manchmal gewünscht habe, sie mögen sehen, was ich als Leser bereits vor Augen hatte und die richtigen Schlüsse ziehen, sind sie dann doch trotz ihrer speziellen Aufgabengebiete recht einfache, normale Menschen, was sie mir trotz allem auch wieder sympathisch erscheinen ließen. Wir haben es mit keinen Übermenschen zu tun, sondern Menschen, die auch Fehler machen können.

Ein sehr spannendes Buch, das in der Konstellation der beiden Ermittler noch Spannendes erwarten lässt, und sicherlich auch eine Weiteentwicklung der Charaktere. Mir hat das Buch richtig gut gefallen, so dass ich dann doch 09/10 Punkte gebe.

Zitat (Erster Satz):

Als sie ihn fanden, sah er gerade die Sonne hinter dem Fjell westlich des Porsangerfjordes untergehen.
Prolog

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Bücher der Reihe:

1. Trophäe – gelesen 02.07.2017 – 09/10 Punkte
2. Bestrafung
3. Lüge (erscheint am 24.07.2017)

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